Den Jahreswechsel nehmen viele Menschen als Anlass, um sich gute Gewohnheiten vorzunehmen. Manche möchten sich gesünder ernähren, andere das Rauchen aufgeben. Doch lassen sich auch beim Thema digitale Medien gut Neujahrsvorsätze machen?
Die Antwort lautet: Jein. Wenn Menschen ihren Medienkonsum verringern möchten, spricht man oft von “Digital Detox”, also einer ‘digitalen Entgiftung’. Das kann bedeuten, dass man bestimmte Apps oder ganze Geräte weniger, bewusster oder kontrollierter nutzt oder sie sogar für einen Zeitraum gänzlich aus dem Alltag verschwinden lässt.
Welche Vorteile kann Digital Detox haben?
- Weniger Phubbing: Wer das Handy weglässt, kann sich wieder leichter auf echte Kommunikation konzentrieren.
- Weniger Stress: Weniger Zeit im digitalen Raum bedeutet für viele automatisch mehr Zeit für den restlichen Alltag.
- Besserer Schlaf: Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass insbesondere die abendliche Nutzung von digitalen Endgeräten sich negativ auf den Schlaf auswirken kann. Digital Detox kann also auch die Schlafqualität verbessern.
Wie gelingt Digital Detox und was gilt es zu beachten?
- Gewohnheit und Bewusstsein statt kurzfristigen Vorsätzen: Viele Menschen verzichten im Rahmen von Digital Detox nur kurzzeitig z. B. auf alle sozialen Medien und kehren danach zu ihren alten Gewohnheiten zurück. Hilfreicher ist es jedoch oft, Bildschirmzeiten kontrolliert zu verringern und das angepasste Nutzungsverhalten zur langfristigen Gewohnheit zu machen.
- Herausfinden, was funktioniert: Jeder Mensch ist individuell und so auch die Digital Detox-Strategien, die funktionieren. Zum Beispiel muss man nicht direkt komplett verzichten – auch eine Verringerung der Bildschirmzeit um 30 Minuten pro Tag kann gut für die psychische Gesundheit sein (Quelle). Ein kompletter Verzicht auf soziale Medien kann auch dazu führen, dass Gefühle von Einsamkeit oder FOMO verstärkt werden (Quelle). Hier hilft es oft eher, die gesamte Smartphone-Nutzung zu reflektieren und bei Bedarf zu reduzieren.
- Technische Hilfe: Es gibt Apps und Geräte, die auf verschiedenste Art beim Digital Detox helfen. Hier sollten Nutzende allerdings auf die persönlichen Daten und Berechtigungen achten, die die Apps von Drittanbietern oft benötigen.
- Ersatz-Gewohnheiten: Für viele Menschen sind digitale Medien ein Reflex, sobald sie freie Zeit oder Langeweile haben. Daher kann man den Digital Detox unterstützen, indem man sich andere Aktivitäten sucht und z. B. mehr liest, Sport treibt oder Zeit mit Freunden verbringt.
- Eltern sind Vorbilder: Wer den eigenen Umgang mit digitalen Medien im Griff hat und kritisch hinterfragt, geht den eigenen Kindern mit gutem Beispiel voran.
Digital Detox muss also kein kompromissloser Umbruch sein – schon kleine Veränderungen können große Wirkung zeigen, wenn sie über längere Zeit beibehalten und zur Gewohnheit werden.