Künstliche Intelligenz (KI) rückt in die Politik vor: Ob in Albanien eine „KI-Ministerin“ Korruption bekämpft oder in Deutschland ein KI-Avatar politische Botschaften verbreitet: Künstliche Intelligenz ist zunehmend in Demokratie, öffentliche Debatten und gesellschaftliches Vertrauen eingebunden. Doch wie tief greift KI ins politische Geschehen ein? Als Unterstützung, Gag oder Gefahr? ZEBRA beleuchtet die Debatte.
Albanien: KI als Korruptionsjägerin
Albanien setzt eine Neuheit: Premierminister Edi Rama stellte im September 2025 die KI „Diella“ als Ministerin vor. Zuerst als digitaler Assistent im Januar eingeführt, hilft sie nun bei der Bekämpfung von Korruption in öffentlichen Ausschreibungen – in einem Land, das Transparency International zu den korruptesten in Europa zählt. Diella soll Ausschreibungen analysieren, faire Vergaben empfehlen und verspricht „100-prozentige Nachverfolgbarkeit“, um Bestechung auszuschließen. Ende Oktober kündigte Rama an, Diella sei „schwanger“ mit 83 digitalen Assistenten, die Abgeordnete in Sitzungen beraten, Mitschriften führen und zu Gesetzen beraten sollen. Die Opposition sieht einen PR-Trick und beruft sich auf die Verfassung, die Minister menschlich vorschreibt. Diella konterte in ihrer ersten Rede, dass Gefahr für Verfassungen nicht Maschinen seien, sondern Machthaber.
Deutschland: Avatare und Verwaltung
In Deutschland läuft es pragmatischer. Staatsminister Wolfram Weimer präsentierte im September den „Weimatar“: Deutschlands ersten Minister-Avatar. Er produziert mehrsprachige Videos zu Themen wie TikTok-Zensur oder Antisemitismus und dient zudem der internen Schulung von Behördenmitarbeitern, etwa durch leicht aktualisierbare Lernvideos.
Auch die Kommunen gehen voran mit praktischen Anwendungen: In Augsburg beantworten KI-Chatbots Bürgeranfragen rund um die Uhr, Bochum nutzt KI zur automatischen Rechnungsprüfung und Dokumentenverarbeitung, während Köln KI-Kameras einsetzt, um ertrinkende Badegäste frühzeitig zu erkennen.
Auch im Wahlkampf gewinnt KI an Bedeutung, allerdings mit gemischten Reaktionen: Parteien nutzen sie beispielsweise, um politische Kampagnen für soziale Medien zu erstellen; wobei die Mehrheit der Bevölkerung diesen Einsatz ablehnt.
Die nationale KI-Strategie treibt das Ganze voran: Sie investiert Milliarden in Cloud-Infrastruktur, Forschung, Start-ups und sogenannte „AI-Gigafactories“. Das sind riesige Supercomputer- und Datenzentren. Ziel ist es, Deutschland und Europa zu führenden KI-Standorten zu machen, souveräne Technologien wie einen „Deutschland-Stack“ für Cloud-Dienste aufzubauen und Abhängigkeiten von ausländischen Anbietern zu reduzieren. So soll die Wettbewerbsfähigkeit langfristig gesichert werden, während ethische Standards und persönliche Rechte wie Datenschutz gewahrt werden.
Chancen vs. Risiken: Werkzeug oder Weltverbesserer?
Was KI in der Politik bewirken kann:
Risiken von KI:
Deswegen ist es wichtig, einen verantwortungsbewussten Umgang mit künstlicher Intelligenz zu finden und auch Kinder und Jugendliche schon früh an dieses Thema heranzuführen. Wie ein verantwortungsbewusster Umgang mit Künstlicher Intelligenz aussehen kann, haben wir hier schon einmal zusammengefasst.
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