Algospeak – Was ist das eigentlich?

Oft hört man im Kontext sozialer Medien den Begriff „Algospeak“. Doch was bedeutet das, warum gibt es Algospeak und wie können Eltern damit umgehen? ZEBRA gibt die Antworten.
Lesedauer: 2 Minuten
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6. Februar 2026

„Algospeak“ setzt sich aus den Worten „Algorithmus“ und dem englischen „Speak“ (übers. „sprechen“) zusammen. Bei Algospeak werden Begriffe umformuliert, bewusst ‚falsch‘ geschrieben oder Buchstaben durch ähnlich aussehende Sonderzeichen oder Zahlen ersetzt. Beispiele für Algospeak sind Worte wie „seggs“ (Sex), „p0rn0“ (Porno) oder „N@zi“ (Nazi). Manchmal werden auch Emojis verwendet – so soll eine Aubergine beispielsweise oft das männliche Geschlechtsteil repräsentieren.

Warum gibt es Algospeak?

Social-Media-Plattformen verwenden Systeme, die automatisch Beiträge verbergen oder in ihrer Reichweite begrenzen, die bestimmte Worte enthalten, die gegen die jeweiligen Plattform-Richtlinien verstoßen könnten. Der Begriff dafür lautet „Shadowban“. Mit Algospeak sollen diese Restriktionen umgangen werden.

Welche Vorteile hat Algospeak?

Algospeak kann es Menschen ermöglichen, sich trotz Shadowbans über sensible, aber wichtige Themen auszutauschen. So können Beiträge von Communities, die oft Hass ausgesetzt sind, trotzdem eine Reichweite erzeugen, obwohl ihre Namen aufgrund der häufigen Verstöße möglicherweise geshadowbant sind.

Falls eine Plattform den Diskurs beeinflussen und bestimmte Themen oder Meinungen unterdrücken würde, könnte man auch dies mithilfe von Algospeak zumindest teilweise umgehen.

Welche Risiken birgt Algospeak?

Die Shadowbans der Plattformen richten sich unter anderem gegen beleidigende, sexualisierende oder auch extremistische Inhalte. Das hat oft einen guten Grund. Wenn mithilfe von Algospeak Hetze und andere extreme Inhalte verbreitet werden, können im schlimmsten Fall Kinder trotz der Restriktionen sexuell belästigt werden oder Menschen mit hetzerischen oder radikalisierenden Inhalten konfrontiert werden.

Wie sollten Eltern mit Algospeak umgehen?

Ein wichtiger Schritt ist bereits getan, wenn Eltern überhaupt wissen, dass es Algospeak und ähnliche Codes gibt. Dann können sie ein Auge auf den Medienkonsum ihrer Kinder haben, mit ihnen informiert über diesen sprechen und ein Bewusstsein für die Bedeutung von verschiedenen Botschaften im Internet und den Umgang mit ihnen schaffen.

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