Wenn Jugendliche selbst zu Tätern werden können - Teilen und Verschicken von strafbaren Inhalten

Ob lustige Bilder, Videos oder Sticker: Verschiedene Chat-Funktionen gehören für die meisten Kids einfach zum Alltag dazu. Immer wieder kommt es dabei aber auch zu der Verbreitung von strafbaren Inhalten. Was auf den ersten Blick vielleicht harmlos scheint, kann so plötzlich folgenreich werden. Aber welche Inhalte sind eigentlich strafbar? Was kann man tun, wenn Jugendliche damit in Kontakt kommen? Und wie kann Aufklärung darüber aussehen? ZEBRA beantwortet die wichtigsten Fragen.
Lesedauer: 3 Minuten
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16. Januar 2026

Hausaufgaben, Ausflüge und Vertretungspläne. Klassenchats sind für viele Schülerinnen und Schüler längst fester Bestandteil des Schulalltags.

Laut einer Bitkom-Umfrage nutzen rund 84 Prozent der Jugendlichen in Deutschland Gruppen-Chats, um sich schulisch zu vernetzen. Dort werden Aufgaben besprochen, Informationen geteilt und auch private Themen ausgetauscht.

Was dabei oft vergessen wird: Auch im digitalen Raum gelten Regeln und Gesetze. Denn in Deutschland sind Kinder und Jugendliche ab 14 Jahren strafmündig und können somit für das rechtlich verantwortlich gemacht werden, was sie online teilen oder weiterleiten.

Welche Inhalte können strafbar sein?

Strafbare Inhalte können viele Formen annehmen: Beleidigungen und Hassrede, Volksverhetzung, die Verbreitung oder der Besitz von Kinder- oder Jugendpornografie, Gewaltdarstellungen oder die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen.

Diese können als Bild, Video, Sticker oder Link auftauchen – und oft merken Jugendliche gar nicht, dass sie sich damit möglicherweise strafbar machen.

Was tun, wenn Jugendliche damit in Kontakt kommen?

Erhalten Jugendliche strafbare Inhalte, ist es zunächst wichtig, Ruhe zu bewahren. Folgende Schritte können dann helfen, richtig zu reagieren:

  • Beweise sichern: Dokumentieren Sie den Chatverlauf, zum Beispiel durch Screenshots, um wichtige Belege zu sichern.
  • Polizei informieren: Melden Sie den Vorfall der Polizei und erstatten Sie Anzeige.
  • Plattform und Schule benachrichtigen: Informieren Sie den entsprechenden Plattformanbieter und, falls sinnvoll, auch die Schule. Beide können dazu beitragen, weitere Schritte einzuleiten.
  • Aufklärung und Gespräch: Es ist wichtig, offen über den Vorfall zu sprechen. So lässt sich der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Medien fördern.

Wurden selbst strafbare Inhalte verschickt, gilt es auch hier, zunächst Ruhe zu bewahren und das Gespräch, ohne vorschnelles Urteilen, zu suchen. Anschließend können folgende Schritte helfen:

  • Verantwortung übernehmen: Eine Entschuldigung sowie die Bitte, die Inhalte zu löschen, sind wichtige Schritte, um Verantwortung zu zeigen.
  • Folgen erklären: Klären Sie gemeinsam, welche rechtlichen und persönlichen Konsequenzen möglich sind.
  • Regeln festlegen: Nutzen Sie die Situation, um gemeinsam über den bewussten Umgang mit digitalen Medien zu sprechen und klare Regeln zu vereinbaren.

Und wie kann man Jugendliche schützen?

Um solche Vorfälle vorzubeugen, empfiehlt es sich, gemeinsam klare Chatregeln zu entwickeln – z. B. zu respektvollem Verhalten, Umgang mit Medien und dem Teilen sensibler Inhalte.

Auch Schulen können hier ansetzen, indem sie Themen wie digitale Verantwortung und Medienkompetenz regelmäßig im Unterricht behandeln.

Praktische Hilfestellungen und Materialien finden Eltern bei „Schau hin!“ oder auf der Plattform „Klicksafe“.

Beide Initiativen bieten wertvolle Tipps, wie Kinder sich sicher, bedacht und respektvoll im digitalen Raum bewegen können.

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