Frage:Antwort:

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Denn bei der Frage nach „zu viel“ kommt es auch auf die Art der Smartphone-Nutzung an.

Das Smartphone erfüllt viele verschiedene Funktionen. Viele dieser Funktionen brauchten früher jeweils ein eigenes Gerät. Dazu zählen zum Beispiel: Anrufbeantworter, Telefon, Fernseher, Wecker, Spielekonsole, Navigationsgerät. Manche dieser Geräte werden heute immer noch parallel genutzt. Auch früher gebräuchliche analoge Gegenstände, wie Briefe, Kalender, Notizblock oder Fotoalben, werden heute zunehmend digital genutzt. Ein Gerät, das so viele alltägliche Gegenstände vereint, zu regulieren, ist daher schwer.

Die Frage danach, was „zu viel“ ist, ist also schwer zu beantworten. Besser ist es, die Smartphone-Nutzung individuell zu betrachten:
• Spielst du oder spielt dein Kind täglich viele Stunden am Smartphone und hast du oder hat dein Kind Probleme, einfach mal offlinezu sein?
• Wird das Gerät nur zur Ablenkung von eigentlichen Aufgaben und Problemen genutzt und werden Pflichten dafür vernachlässigt?
Fühlst du dich oder fühlt sich dein Kind eigentlich unwohl mit deiner oder seiner Smartphone-Nutzung, kannst du oder kann dein Kind aber nicht damit aufhören?
• Gibt es keinen Ausgleich wie Sport und andere Hobbys?
Dann wird das Smartphone wahrscheinlichzu viel“ genutzt.

Wird das Smartphone jedoch beispielsweise kreativ für die Produktion eigener Videos oder die Recherche von schulischen Themen verwendet, dann ist die Zeit sinnvoll genutzt – auch am Smartphone. Jedoch übersehen Erwachsene häufig, welche Menge an Funktionen das Smartphone für Jugendliche vereint. So ist das Gerät Lexikon, Kontaktmöglichkeit zu Freunden sowie Unterhaltungsmedium und beinhaltet mit einem Spiel vielleicht das aktuell liebste Hobby eines Kindes.

Es ergibt Sinn, wenn du dich mit deinem Kind über die Smartphone-Nutzung unterhältst, um herauszufinden, wie es tatsächlich genutzt wird, und auch um Verständnis für manche Aktivitäten erlangen zu können.

Fokus Internetsucht

Internetsucht ist keine anerkannte Krankheit. Dennoch kann es problematisches Verhalten im Umgang mit digitalen Geräten, Spielen bzw. dem Internet geben. Dann spricht man umgangssprachlich von Sucht oder Abhängigkeit, in der Fachsprache auch von "exzessiver Nutzung". Weil es sich nicht um eine anerkannte Krankheit handelt, gibt es auch keine festgeschriebenen Anzeichen für eine Internet- bzw. Mediensucht. Trotzdem gibt es Indikatoren, die - wenn sie zusammen und gehäuft auftreten - darauf schließen lassen, dass jemand Hilfe braucht. Dazu gehören z.B. Kontrollverlust, Entzugserscheinungen oder das Vernachlässigen sozialer Kontakte.

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