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Wenn du eine Sucht nach Computerspielen vermutest, kannst du dich als Angehörige oder Angehöriger an Beratungsstellen wenden.

Du kannst zunächst versuchen, dein Kind auf das Problem aufmerksamzu machen. Suche das Gespräch und frage dein Kind, wie es ihm damit geht. Sprecht darüber, warum dein Kind nicht aufhören kann, Computerspiele zu spielen, und welche Rolle diese für dein Kind spielen. Vielleicht lenken sie von alltäglichen oder auch massiven Problemen ab. Dann sollten diese dringend angegangen werden. Vielleicht überspielt dein Kind auf diese Art auch nicht vorhandene oder problematische Freundschaften und Beziehungen. Dein Kind könnte sich selbst in einem Spiel als kompetent wahrnehmen. Wenn es das bei keinem anderen Erlebnis in dieser Art wahrnimmt, kann das zu einer Abhängigkeit führen.

Setze bewusst Medienauszeiten fest und biete Alternativen an: zum Beispiel gemeinsam Zeit mit anderen Hobbys zu verbringen. Oder organisiere Treffen mit Freunden für und mit deinem Kind. Hilf ihm, Freundschaften aufzubauen und zu pflegen. Suche andere Wege, auf denen sich dein Kind als kompetent wahrnehmen kann. Übt gemeinsam für ein neues Hobby oder für die Schule und lobe dein Kind bewusst.

Anzeichen für eine mögliche Sucht sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es gibt in vielen Städten Suchtberatungsstellen, die sich mit verschiedenen Süchten befassen. Dazu gehört auch die Computerspielsucht, die in den ICD-11 aufgenommen wird, der ab 2022 in Kraft tritt. ICD (englisch: International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) steht für „internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“. Sobald die Internetspielsucht dort aufgenommen wurde, ist eine Diagnose durch Ärztinnen und Ärzte möglich. Daher kann man sich auch an diese wenden.

Darüber hinaus können Anlaufstellen kontaktiert werden, die eine spezifische psychosoziale Beratung oder eine Psychotherapie für Betroffene anbieten. Über die folgende Internetseite können passende Hilfsangebote in der Nähe gefunden werden: www.computersuchthilfe.info

Unter www.klicksafe.de findest du weitere Rat und Hilfe.



Fokus Internetsucht

Internetsucht ist keine anerkannte Krankheit. Dennoch kann es problematisches Verhalten im Umgang mit digitalen Geräten, Spielen bzw. dem Internet geben. Dann spricht man umgangssprachlich von Sucht oder Abhängigkeit, in der Fachsprache auch von "exzessiver Nutzung". Weil es sich nicht um eine anerkannte Krankheit handelt, gibt es auch keine festgeschriebenen Anzeichen für eine Internet- bzw. Mediensucht. Trotzdem gibt es Indikatoren, die - wenn sie zusammen und gehäuft auftreten - darauf schließen lassen, dass jemand Hilfe braucht. Dazu gehören z.B. Kontrollverlust, Entzugserscheinungen oder das Vernachlässigen sozialer Kontakte.

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