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Die Abmahnung (per Brief) solltest du keinesfalls ignorieren. Jedoch solltest du nicht vorschnell deine Unterschrift abgeben oder irgendwelche Rechnungen bezahlen. Besser ist es, eine Rechtsexpertin oder einen Rechtsexperten als Hilfe heranzuziehen.

Eine Abmahnung ist ein formales Schreiben von Rechteinhabern oder einer von diesen beauftragten Anwaltskanzlei.

Darin wirst du aufgefordert, ein bestimmtes rechtsverletzendes Verhalten zu unterlassen. Dir wird zum Beispiel vorgeworfen, eine Tauschbörse genutzt und fremde Urheberrechte verletzt zu haben oder auf deiner Webseite kein korrektes Impressum bzw. keine korrekte Datenschutzerklärung angegeben zu haben.

Erhältst du eine solche Abmahnung, solltest du zunächst einmal Ruhe bewahren. Schau dir das Schreiben genau an: Ist es echt?

Abmahnschreiben werden normalerweise per Brief versendet und nicht per E-Mail. Erhältst du eine E-Mail mit einer solchen Abmahnung, ist das bereits ein starkes Indiz für eine Fälschung (sogenanntes Phishing). In Ausnahmefällen – etwa, wenn keine postalische Anschrift bekannt ist – kann aber auch eine Abmahnung per E-Mail echt sein.

Ein weiteres Indiz für eine Fälschung: Eine vermeintliche „Anwältin“ oder ein vermeintlicher „Anwalt“ hat keine rechtlich verpflichtende Signatur angegeben. Wenn du dir nicht absolut sicher bist, ob die Abmahnung echt ist, hole direkt rechtlichen Rat ein.

Wenn es sich um eine echte Abmahnung handelt, darfst du diese aber keinesfalls ignorieren, ebenso wenig die darin festgesetzte Frist. Denn dann droht eine Klage – die teurer werden kann als die Abmahnung. Dennoch solltest du nichts sofort unterschreiben oder einfach bezahlen.

Der Abmahnung liegt meist eine vorgefertigte „Unterlassungsverpflichtungserklärung“ bei. Damit will der Rechteinhaber erreichen, dass du dich verpflichtest, in Zukunft keine weiteren Rechtsverletzungen dieser Art mehr zu begehen. Diese Verpflichtungserklärung ist meist umfangreicher als nötig formuliert und kann dir Nachteile bringen.

Zudem wird häufig die Zahlung von Rechtsanwaltskosten sowie von sehr hohen Schadensersatzansprüchen verlangt. Du solltest deswegen zunächst eine Rechtsexpertin oder einen Rechtsexperten (die Verbraucherzentrale oder eine Anwältin oder einen Anwält) zu Rate ziehen. Diese können prüfen, was in deinem Fall zu tun ist und wie du diese Angelegenheit bestmöglich regeln kannst.

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