Frage

Umgang mit Verschwörungstheorien

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Antwort:

Das beste Mittel gegen Verschwörungstheorien sind wissenschaftlich belegte Fakten und seriöse Informationen. Auch auf gute Kommunikation kommt es in der Diskussion an.

Was sind Verschwörungstheorien?

Verschwörungstheorien sind Theorien, die bestimmte Ereignisse oder Zustände auf eine geheime Absprache einzelner Personen, ganzer Personengruppen oder Systeme, also auf eine Verschwörung zurückführen. Der Mechanismus dahinter ist meist ganz einfach: Ein komplexes Ereignis wird auf eine sehr simple Ebene heruntergebrochen und mit einer ebenso simpel erscheinenden Erklärung begründet.

Seit wann genau es Verschwörungstheorien gibt, ist schwer zurückzuverfolgen. Einige der bekanntesten Theorien, wie zum Beispiel die einer gefälschten Mondlandung oder verschiedene Spekulationen um den Tod von US-Präsident John F. Kennedy, stammen bereits aus der späten Mitte des letzten Jahrhunderts, also einer Zeit lange vor dem Internet.

Seit das Internet und verschiedenste digitale Kommunikationsmedien öffentlich verfügbar sowie über weite Distanzen und rund um die Uhr nutzbar sind, ist es jedoch weitaus leichter geworden, Verschwörungstheorien zu verbreiten und zu stärken. Ein Teil dieses Phänomens sind auch die sogenannten Filterblasen und Echokammern. Während so einige von außen betrachtet „lustig-bizarre“ Theorien entstehen, können sich leider auch gefährliche Ansichten entwickeln und verbreiten.

Die Anhänger vieler Verschwörungstheorien sorgen aktiv dafür, dass Gleichgesinnte regelmäßig mit vermeintlichen Beweisen versorgt werden oder sich auf die Suche nach ihnen machen, um den Glauben an die Verschwörung zu festigen. Bei diesen “Beweisen” kann es sich unter anderem um dekontextualisierte Zitate, falsch interpretierte wissenschaftliche Daten oder bearbeitete Bilder und Videos handeln, die in sozialen Netzwerken und Chatgruppen verbreitet werden.

Wie kann ich mich vor ihnen schützen?

Verschwörungstheorien entbehren meist jeglicher wissenschaftlichen Grundlage und halten einer gründlichen Überprüfung nicht stand. Schützen kannst du dich also, indem du Informationen und Fakten, die dir zugetragen werden, kritisch hinterfragst. Nutze verschiedene seriöse Informationsquellen und wende das sogenannte Zwei-Quellen Prinzip an – glaube also erst Informationen, wenn du sie in zwei unabhängigen vertrauenswürdigen Quellen gefunden hast. Dies gilt insbesondere, wenn du auf Inhalte gestoßen bist, die du teilen und weiterverbreiten möchtest.

Es ist außerdem nie verkehrt, deine Kompetenz in den Bereichen Medien und Wissenschaft zu stärken. So kannst du mit der Zeit besser darin werden, vertrauenswürdige Quellen oder Medieninhalte von Falschinformationen zu unterscheiden und die wissenschaftlichen Prozesse, die vielen Meinungen und Tatsachenbehauptungen zugrunde liegen, zu hinterfragen und einzuschätzen.

Höre außerdem nie auf, deine eigenen Denkweisen, Überzeugungen und Tendenzen zu reflektieren und anzupassen. Das kannst du allein tun, dir kann aber auch das offene Gespräch mit Freunden oder Familienmitgliedern helfen, die dir ihre Perspektive zu deiner Person oder verschiedenen Themen schildern können.

Was kann ich für eine Person in meinem Umfeld tun, die Verschwörungstheorien unterstützt?

Wenn du vermutest, dass Personen, die dir nahestehen, eine Verschwörungstheorie verfolgen, kannst du ruhig mit ihnen in den Diskurs treten. Wenn du spontan nicht das Gefühl hast, dich fundiert äußern zu können, kannst du dir das Thema merken, dich dazu informieren und deine Bekannte oder deinen Bekannten beim nächsten Treffen darauf ansprechen.

Weder Schweigen noch harte Konfrontation sind in einer solchen Situation konstruktiv, ein Konflikt könnte sogar weitere Isolation und den Rückzug zu Gleichgesinnten nach sich ziehen. Optimalerweise findest du also einen guten Mittelweg. Schrei einem Verwandten, der sicher ist, dass die Erde eine Scheibe ist, also nicht deine Meinung entgegen, sondern versetze dich in ihn hinein und versuche zu verstehen, wie er zu dieser faktisch falschen Ansicht kommt, so irrational und kontraintuitiv diese sein mag.

Zuhören und das Stellen von Nachfragen signalisieren der Person, dass du kein persönliches Problem mit ihr, sondern Interesse an einem respektvollen Austausch hast. Erkläre freundlich und empathisch, jedoch nicht von oben herab, weshalb eine spezifische Theorie wissenschaftlich widerlegbar ist und warum es keine geheime Verschwörung gibt. Zeige der Person Quellen und Medien, die du für vertrauenswürdig befindest und die ihre Erklärungen durch wissenschaftliche Fakten stützen.

Falls eine Diskussion zu emotional wird, kannst du selbstverständlich jederzeit ein Gespräch freundlich abbrechen oder anmerken, dass der jeweilige Rahmen nicht angemessen für die Diskussion ist. Wenn du merkst, dass all dies keine Früchte trägt, die Situation dich oder andere stark belastet und keine Besserung in Sicht ist oder gar eine Gefährdung besteht, solltest du oder solltet ihr professionelle Hilfe suchen.

Mehr zu den am weitesten verbreiteten Theorien, ihrer Entstehung und dem Umgang mit ihnen findet sich hier:

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