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Du solltest Apps oder Programme erst selbst testen und dich über Risiken informieren. Anschließend kannst du entscheiden, ob dein Kind die App nutzen darf, und ihm deine Entscheidung erklären. Du kannst auch Regeln zu der App aufstellen sowie Einstellungen zum Schutz deines Kindes vornehmen.

Am besten verschaffst du dir selbst vorab einen Eindruck von den angesagten Apps. Denn nur weil andere Kinder manche Apps und Geräte verwenden (dürfen), heißt das nicht automatisch, dass diese Apps auch für dein Kind geeignet oder sicher sind.

Deswegen ist es wichtig, dass du gemeinsam mit deinem Kind über die möglichen Risiken und über einen sicheren Umgang mit diesen Apps sprichst.

Zeige aber auch Verständnis für dein Kind. Denn heute spielt sich vieles im Internet ab, was früher noch ohne Internet geregelt wurde – zum Beispiel die Kommunikation und damit das Pflegen der sozialen Kontakte. Ihr solltet gemeinsam besprechen, welche Apps in Ordnung sind und sinnvoll genutzt werden können. Letztlich trägst du als erziehungsberechtigte Person die Verantwortung, daher liegt bei dir auch die finale Entscheidung.

Helfen können dir bei der Entscheidung meist folgende Webseiten:

  • Internet-ABC: Gerade wenn es um Kinder im Grundschulalter geht, steht das Internet-ABC als Beratungsangebot für Eltern an erster Stelle. Hier kannst du dir schnell einen Überblick verschaffen, welche Angebote für junge Kinder geeignet sind oder welche Risiken damit einhergehen.
  • klicksafe: Hier gibt es zu diversen Apps, die bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind, Informationen. Das hilft dir als Elternteil, schnell die Risiken der App zu erfassen und dir ein Bild davon zu machen, ob du deinem Kind die App zur Verfügung stellen möchtest und welche Schutzmaßnahmen es gibt.
  • Handysektor: Diese Website richtet sich explizit an Jugendliche und greift aktuelle Phänomene auf. Hier kannst du mit deinem Kind gemeinsam recherchieren.
  • Die Spieletipps des Internet-ABCs: Die Spieletipps bieten dir Empfehlung für Spiele mit Konsole, Computer, Tablet und Handy und lassen sich anhand unterschiedlicher Kriterien (Alter des Kindes, Gerät, Genre etc.) filtern. Tipp: Auf der Kinderseite des Internet-ABCs können sich auch deine Kinder altersgerechte Spieletipps durchlesen und bewerten.
  • Spieleratgeber NRW: In der Spielesuche findest du zahlreiche digitale Spiele, die umfassend beschrieben und pädagogisch eingeordnet werden. Screenshots geben dir einen Einblick in das Spiel. Zusätzlich zur Alterskennzeichnung der USK bietet die Seite eine pädagogische Altersempfehlung.

Weitere Aspekte, auf die du bei der Beurteilung von Apps achten kannst:

Laut der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sind die genannten Apps (WhatsApp, TikTok, Instagram) ab 16 Jahren erlaubt.

Die DSGVO beschäftigt sich damit, wie mit den Daten der Nutzerinnen und Nutzer umgegangen wird, und ist zu dem Entschluss gekommen, das Mindestalter für soziale Netzwerke zu erhöhen. Daher müssen sich die Anbieterinnen und Anbieter dieser Netzwerke in ihren AGB an die DSGVO halten. Die Altersbeschränkungen durch die Apps selber können jedoch abweichen und die Altersangabe wird oft nicht auf ihre Richtigkeit geprüft.

Ist dein Kind jünger als 16 Jahre, braucht es deine Zustimmung, um WhatsApp, Instagram oder TikTok dennoch nutzen zu dürfen.

Denn die Richtlinie der DSGVO richtet sich insbesondere an Firmen und Unternehmen, welche die Daten der Nutzerinnen und Nutzer verarbeiten. Privatpersonen, Kinder, Jugendliche und Familien können sich hiervon zwar als befreit ansehen – allerdings solltest du deinem Kind erläutern, warum es dennoch zur eigenen Sicherheit sparsam mit (persönlichen) Daten umgehen sollte.

Bei Spielen bietet die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) eine Orientierung mittels Altersangaben.

Mit dieser Kennzeichnung soll vermittelt werden, wie konform beziehungsweise sicher ein Spiel bezüglich des Kinder- und Jugendschutzes ist.

Die oben genannten Alterseinschätzungen und -Empfehlungen gibt es nicht ohne Grund. Sprich darüber mit deinem Kind und erkläre, warum du es für sinnvoll erachtest, dass es sich an diese Empfehlungen hält oder auch, warum du diese unter Umständen etwas lockerer nimmst.

Besprecht mögliche Gefahren, die mit der Nutzung solcher Apps und Spiele einhergehen können, und einigt euch auf angebrachte Regeln, sollte dein Kind manche Apps schon eher benutzen dürfen. Dabei kann der Mediennutzungsvertrag helfen.


Mehr Informationen dazu findest du unter:

Was ist ein Mediennutzungsvertrag?

Ein Mediennutzungsvertrag regelt die Nutzung digitaler Geräte und Medien zwischen Kindern und ihren Eltern. Diese Regeln sollten sich nach deinem Kind richten, abhängig davon, wie sicher und verantwortungsvoll dein Kind im Umgang mit solchen Medien und Geräten ist. Aber auch persönliche Nutzungsgewohnheiten und Hobbys können eine Rolle spielen. Auch kann es sinnvoll sein, keine Smartphone- sondern eher Bildschirmzeiten festzulegen – womit andere digitale Geräte einbezogen werden. Auf www.mediennutzungsvertrag.de könnt ihr direkt mit dem Anfertigen eines Vertrags anfangen.

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