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In der Theorie könnten die Apps oder dein Smartphone dich abhören. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch sehr gering. Mittels vieler anderer Daten bekommen sie aber eine Menge an Informationen über deine Interessen und deine Kontakte. Diese Informationsdichte kannst du verringern.

Viele Menschen haben Angst davor, von ihrem Smartphone abgehört zu werden, und sehen sich bestätigt, wenn sie plötzlich zum Gespräch passende Werbung sehen. Indem du einer App die Berechtigung für den Zugriff auf das Mikrofon gibst, gehst du dieses Risiko in der Theorie auch ein.

Technisch wäre es zwar möglich, gezielt Informationen aus Gesprächen zu erhalten, jedoch ist dies aufwendig und erfordert viel Rechenleistung. Der Handyakku wäre zu schnell leer und es würden große Datenmengen entstehen, die das Datenvolumen aufbrauchen. Auch könnte ein solches Volumen vom Unternehmen kaum bewältigt werden.

Wenn dir Werbung angezeigt wird, die zu einem Gespräch passt, das du eben geführt hast, könnte das an Folgendem liegen:

  • Du oder die Person, die gerade im selben WLAN wie du oder häufig am selben Ort ist, hat zum Thema vorher schon einmal im Internet gesucht oder passende Webseiten besucht.
  • Ein Dienst, zum Beispiel Google oder ein soziales Netzwerk wie Facebook, hat so viele Informationen über dich gesammelt, dass dieser Dienst bereits vorhersieht oder sogar weiß, dass dich ein bestimmtes Thema interessiert.
  • Ein Sprachassistent hat fälschlicherweise sein Signalwort zur Aktivierung erkannt und tatsächlich mitgehört. Sprachassistenten verwenden einen Audio-Speicher von wenigen Sekunden und nutzen eine Spracherkennungssoftware, die das Signalwort erkennt und dann seine volle Funktion aktiviert. Vor Verwendung des Signalwortes sind die Funktionen des Sprachassistenten nicht aktiv.
  • Dir fällt erst nach dem Gespräch die Werbung auf, die du vielleicht vorher oft übersehen hast. Inhalte, die uns nicht interessieren, bleiben uns weniger im Gedächtnis haften. Achtest du aber einmal auf ein Thema, wirst du es überall wiederentdecken.

Folgende Maßnahmen würden wir dir darüber hinaus empfehlen:

  • Hab dein Smartphone nicht ständig bei dir. Führst du private Gespräche, kannst du das Gerät auch in einem anderen Raum lagern.
  • Deaktiviere Sprachassistenten, die auf deine Stimme reagieren.
  • Erteile Apps nur Berechtigungen für Funktionen, die sie benötigen. Brauchst du das Mikrofon und deinen Standort in einer App nicht, kannst du ihr die Berechtigung dafür entziehen.
  • Informiere dich in den Datenschutzerklärungen darüber, wie Apps deine Daten nutzen. Während in Facebook beispielsweise Chatverläufe vom Unternehmen mitgelesen werden, sind Chats in WhatsApp verschlüsselt. Nutze verschlüsselte Gespräche.

Es gibt einige Untersuchungen dazu, ob Facebook und Instagram ihre Nutzerinnen und Nutzer abhören. Mehr dazu und weitere Tipps kannst du hier nachlesen.

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