Frage:Antwort:

Ob du E-Books zu privaten Zwecken kopieren kannst bzw. darfst, hängt vom Kopierschutz und den Regelungen der Verkäuferin oder des Verkäufers ab.

E-Books sind urheberrechtlich geschützt. Diese ohne Einwilligung des Rechteinhabers zu kopieren (= „vervielfältigen“), verstößt grundsätzlich gegen Urheberrechte.

Das gilt aber – eigentlich – nicht, wenn du dich auf das Recht der Privatkopienach § 53 UrhG berufen kannst. Nach der Rechtsprechung darf man zu privaten Zwecken sieben Kopien von seinen eigenen urheberrechtlich geschützten Werken wie zum Beispiel DVDs, CDs oder Büchern anfertigen. Davon gibt es aber wiederum eine Ausnahme, und zwar in den §§ 95a und b UrhG. Danach kannst du dich auf dein Recht auf Privatkopie nicht berufen, wenn du dafür technische Schutzmaßnahmen umgehen musst. Darunter fallen aber nur solche, die auch wirksam das Kopieren verhindern (harter Kopierschutz). Bei vielen E-Books wird tatsächlich mit technischen Mitteln das Kopieren sowie das Lesen auf anderen, nicht zugelassenen Lesegeräten gänzlich verhindert. Wenn du diesen Schutz mit technischen Mitteln umgehst, verletzt du also Urheberrechte.

Anders sieht es aus, wenn die Bücher keinen oder nur einen „weichen“ Kopierschutz wie zum Beispiel ein Wasserzeichen haben. Diese sind im E-Book enthalten, jedoch beim Lesen nicht sichtbar. Vom Wasserzeichen können Rückschlüsse auf die Käuferinnen und Käufer gezogen werden, zum Beispiel durch die im Wasserzeichen verschlüsselte Bestellnummer. Dieses Prinzip soll die Käuferinnen und Käufer davon abhalten, die E-Books an viele Personen zu verteilen oder auf Tauschbörsen hochzuladen. Hier liegt aber keine technische Schutzmaßnahme vor – aus urheberrechtlicher Sicht kannst du diese Bücher also kopieren und dich auf die Privatkopie berufen.

Dennoch könnte es hier Probleme geben, da du dann in der Regel gegen die Nutzungsbedingungen deines Anbieters verstößt. Meist finden sich die entsprechenden Informationen bezüglich des Kopierschutzes unter dem Begriff des Digital Rights Managements (kurz: DRM; zu Deutsch: digitale Rechteverwaltung) in den Nutzungsbedingungen der Anbieterin oder des Anbieters.
Findet der Anbieter heraus, dass du gegen diese Bedingungen verstoßen hast, kann er zum Beispiel deinen Account sperren und du kannst dort keine weiteren Bücher mehr kaufen.

Übrigens: E-Books über Filesharing-Dienste herunterzuladen, ist auch kein Fall der Privatkopie, weil die Quelle hier als „offensichtlich rechtswidrig“ gilt.

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