Gamescom 2025: Die wichtigsten Gaming-Infos für Eltern

Vom 21.-24. August fand wieder die Gamescom in Köln statt. ZEBRA war vor Ort und hat sich über die Themen informiert, die besonders für Eltern interessant sind.
Lesedauer: 3 Minuten
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29. August 2025

Die Gamescom ist eine internationale Gaming-Messe, auf der die neuesten Video- und Computerspiele und andere technologische Neuheiten vorgestellt werden. Sie findet jedes Jahr in Köln statt und gilt als Besuchermagnet für Gaming-Interessierte.

Auch wir vom ZEBRA-Team waren vor Ort und haben die wichtigsten Aspekte rund um das Thema Gaming hier für euch zusammengefasst:

Technische Schutzeinstellungen auf Spielekonsolen

Spielehersteller wie Nintendo haben mögliche Jugendschutzeinstellungen vorgestellt, die bei der Einrichtung von Konsolen vorgenommen werden können. Diese ermöglichen unter anderem Kontroll- und Sicherheitsfunktionen wie:

  • Chat-Partner bestätigen und Chat-Verläufe einsehen
  • Tägliche Spielzeit des Kindes festlegen
  • Spielaktivitäten des Kindes im Auge behalten
  • Altersbeschränkungen für bestimmte Funktionen festlegen

Weitere Hilfestellungen für das Einrichten der Geräte deines Kindes findest du bei Medien Kindersicher.

Alterskennzeichungen für Video -und Computerspiele

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat im Rahmen der Messe Tipps gegeben, wie Eltern herausfinden können, ob ein Spiel für ihr Kind geeignet ist. Neben Altersfreigaben der USK, sollten Eltern individuell entscheiden, ob sich ein Spiel für ihr Kind eignet. Dabei können folgende Maßnahmen helfen:

  • Technische Schutzeinstellungen auf den Geräten vornehmen
  • Eigenen Einblick vom Spiel gewinnen (z.B. Trailer des Spiels anschauen)
  • Spiele mit dem Kind gemeinsam austesten
  • Klare Regeln mit eurem Kind vereinbaren

Medienpädagogische Einordnungen für beliebte Online-Spiele gibt es auch beim Spieleratgeber NRW.

Dark Patterns im Online-Gaming

Dark Patterns sind gezielten Mechanismen, um Spielende zu bestimmten Entscheidungen zu motivieren – oder Druck auszuüben. Sie sollen dazu verleiten, Geld und Aufmerksamkeit für die Spielhersteller zu generieren (z.B. durch Push-Benachrichtigungen oder In-App-Käufe).

Das Spiel Lootmania der Initiative Gameshift NRW kann Kinder und Jugendliche (und auch euch Eltern) spielerisch an das Thema “Dark Patterns” heranführen.

Zocken im Flow: Positive Aspekte von Gaming?

Gaming kann mehr als nur unterhalten. Beim Spielen lernen Kinder und Jugendliche oft ganz automatisch mit. Anders als viele andere Medien setzen Spiele auf Interaktion. Statt nur Inhalte passiv aufzunehmen, tauchen Spielerinnen und Spieler aktiv in Szenarien ein, probieren Lösungen aus und erleben direkt die Folgen ihres Handelns:

  • Lernen „wie von selbst“
    Durch spielerisches Ausprobieren verinnerlichen junge Menschen Wissen oft unbewusst und motiviert. Gutes Game Design sorgt außerdem dafür, dass man auch bei anspruchsvollen Herausforderungen dranbleibt.
  • Vielfältige Perspektiven erleben
    Games erlauben es, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. So können Empathie und Verständnis für komplexe Themen gefördert werden.
  • Motivation durch Spielmechanismen
    Studien zeigen, dass Spiele Lernprozesse stärken können. Elemente wie Punkte, Levels oder Wahlmöglichkeiten sprechen Grundbedürfnisse wie Kompetenz, Selbstbestimmung und soziale Eingebundenheit an. Dadurch werden Aufgaben interessanter und erfolgreicher bewältigt.
  • Unverbindliches Ausprobieren
    Während Fehler im Schulbuch oft als falsch gelten, sind sie im Spiel Teil des Lernens. Jugendliche können Szenarien testen, Konsequenzen erleben und dabei lernen.

Natürlich gibt es auch Grenzen: Manche Themen sind schwer abzubilden und benötigen Erklärungen oder Begleitung durch Erwachsene oder Lehrkräfte. Doch richtig eingesetzt können Games ein starker Impulsgeber sein.

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zeigte zum Beispiel auf der Gamescom eine Auswahl von Indie-Games unter dem Titel „Games for Democracy“ und hat eine große Auswahl an Spielen zur politischen Bildung hier zusammengestellt: Games zur politischen Bildung | bpb.de

Veranstaltungen für Eltern zum Thema Gaming

Zum Abschluss stellen wir euch noch drei Veranstaltungen vor, bei denen Eltern das Thema Gaming besser kennenlernen können:

  1. Die Eltern-LAN der bpb ist eine Online-Veranstaltung, bei der Eltern gemeinsam mit Medienpädagoginnen und -pädagogen ein aktuelles Spiel live erleben, Fragen stellen und Tipps zum Umgang mit Videospielen bekommen können. Hier geht es zu den Veranstaltungen: Eltern-LAN | bpb.de.
  2. Die Initiative SCHAU HIN! bietet kostenlose Online-Medienkurse für Eltern an. In nur 30 Minuten erhalten Erwachsene dort wertvolle Einblicke in die digitale Welt der Kinder und Tipps zur Medienerziehung. Eltern können sich auf der Website anmelden und aus verschiedenen Altersgruppen den passenden Kurs für ihr Kind auswählen: Medienkurse für Eltern.
  3. Bei dem Elternabend zum Thema „Mein Kind spielt – und jetzt? Jugendschutz und Alterskennzeichen bei Games“ erklären die Expertinnen und Experten der USK am 17.09.2025 von 17 bis 18 Uhr, wie Alterseinstufungen funktionieren und was beim sicheren Umgang mit digitalen Spielen zu beachten ist. Die Anmeldung läuft über: Elternguide.online.

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