Frage:Antwort:

Zunächst einmal gilt: Wie viel Fernsehen für ein Kind zu viel ist, ist abhängig vom Alter und Entwicklungsstand des Kindes und lässt sich nicht unbedingt in Stunden und Minuten ausdrücken. Wenn aber das Fernsehen zur bestimmenden Freizeitbeschäftigung wird, solltest du deinem Kind Grenzen setzen.

Das Fernsehen ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein Unterhaltungs- und Informationsmedium.

Eine pauschale Antwort darauf, wie viel Fernseh- oder Bildschirmzeit normal oder gut für dein Kind ist, gibt es nicht. Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich, hat unterschiedliche Interessen, Vorerfahrungen und Nutzungskontexte.

Bei der Erstellung von Nutzungszeiten kann es helfen, dir ein paar Fragen zum Alltag deines Kindes zu stellen:

  • Warum schaut dein Kind fern? Welche Funktionen erfüllt diese Form der Unterhaltung für dein Kind (beispielsweise Unterhaltung, Information, mit der Peergroup mithalten, Ablenkung vom schwierigen Alltag)?
  • Was schaut dein Kind im Fernsehen und zu welchen Zeiten?
  • Wie viel Zeit bleibt deinem Kind noch neben schulischen und sonstigen Verpflichtungen sowie festen Terminen, beispielsweise für den Besuch eines Sportvereins?
  • Welche Aspekte im Leben deines Kindes sind dir wichtig (zum Beispiel ausreichend Bewegung an der frischen Luft, gemeinsame Zeit mit der Familie)?

Als grobe Orientierung können dir auch die folgenden Empfehlungen helfen.

Das Internet-ABC empfiehlt für Kinder bis 12 Jahre:

0 bis 2 Jahre: möglichst keine Bildschirmmedien, eher Bilderbücher und Hörspiele/Lieder.

2 bis 3 Jahre: 5 bis 10 Minuten begleitete Bildschirmzeit; nur altersgerechte, ausgewählte Angebote; Videochats mit Oma (gemeinsam mit den Eltern) über das Smartphone oder Tablet sind völlig in Ordnung und können natürlich auch mal länger dauern.

4 bis 6 Jahre: maximal 30 Minuten pro Tag; nicht unbedingt täglich; begleitete Bildschirmzeit und nur altersgerechte Inhalte je nach Interesse des Kindes.

7 bis 10 Jahre: maximal 60 Minuten pro Tag freie Bildschirmzeit; nicht unbedingt täglich; Inhalte werden gemeinsam besprochen. Wichtig: Jugendschutz-Tools und
-Einstellungen sollten zur Unterstützung eingesetzt werden, wenn das Kind mal ohne Begleitung online ist. Wird nicht mehr gemeinsam gesurft und ferngesehen, sollten Eltern und Kinder im Gespräch bleiben, was das Kind macht und wie die Inhalte gestaltet sind, die geschaut oder gespielt werden.

11 bis 12 Jahre: maximal 90 Minuten pro Tag oder ein Wochenbudget von circa 10 Stunden frei zur Verfügung stehender Bildschirmzeit; Eltern bleiben mit Kindern im Austausch zu den Inhalten. Weiterhin wichtig: Jugendschutz-Tools und -Einstellungen sollten zur Unterstützung eingesetzt werden, wenn das Kind mal ohne Begleitung online ist.

Bei Festlegung der Nutzungszeiten kann der Mediennutzungsvertrag hilfreich sein.

Mehr Informationen zu Nutzungszeiten findest du hier:

https://www.internet-abc.de/eltern/kinder-bildschirmzeit-medienzeit/

https://www.klicksafe.de/eltern/kinder-von-10-bis-16-jahren/nutzungszeiten-und-regeln/

Hierzu noch ein Hinweis: Gerade in einer Sondersituation, wie beispielsweise während des Lockdowns, ist es verständlich, wenn die Mediennutzung von Kindern auch mal von den vereinbarten Nutzungszeiten abweicht. Man kann die Bildschirmzeit ein wenig lockerer handhaben, wenn Kinder sich auch online mit anderen Kindern verabreden, weiter oft und gerne Hobbys in der realen Welt verfolgen und zuverlässig Hausaufgaben erledigen. Ist das Gegenteil der Fall, dann sollten engere Grenzen gesetzt werden.

War diese Antwort hilfreich?

UND ERHALTE INNERHALB VON 24 STUNDEN EINE ANTWORT ZU DEINEM DIGITALEN ALLTAG UND MEDIEN

STELL UNS DEINE FRAGE