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Cybermobbing findet, im Gegensatz zu „normalem“ Mobbing, vor allem online – zum Beispiel in sozialen Netzwerken – statt. Die Besonderheit bei Cybermobbing ist, dass die Betroffenen keinen Rückzugsort haben. Denn online kann das Mobbing 24 Stunden am Tag, in der Schule, im Kinderzimmer oder auf dem Heimweg stattfinden.

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„Normales“, bzw. nicht-digitales Mobbing beschreibt meist negative Handlungen einer oder mehrerer Personen, die sich gegen eine andere Person richten. Das kann Beleidigungen, Drohungen, Schikane und/oder Verleumdung (das heißt Lügen, die über die Person verbreitet werden) mit einschließen. All dies vollzieht sich über einen längeren Zeitraum hinweg. Mobbing findet heutzutage aber nicht mehr nur analog, das heißt von Angesicht zu Angesicht, statt. Längst ist Mobbing auch in den digitalen Online-Bereich übergewandert. Diese Art von Mobbing nennt man Cybermobbing.

Cybermobbing ist also eine besondere Form des Mobbings. Allgemein beschreibt es das wiederholte und über einen längeren Zeitraum andauernde Fertigmachen eines Menschen im digitalen Raum. Beispielsweise über soziale Netzwerke oder Messengerdienste. Nicht selten werden dabei nicht nur Beleidigungen, Drohungen oder Unwahrheiten gepostet, sondern auch Bilder und Videos, die dem Opfer potentiell schaden können. Da die Täter nicht selten aus dem Umfeld des Opfers stammen, gehen beide Formen des Mobbings – also online und offline – nicht selten auch miteinander Hand in Hand.

Durch die digitale Kommunikation und vor allem die sozialen Netzwerke gibt es keinen Rückzugsort vor Cybermobbing. Dabei kann es mit Beleidigungen in der Schule losgehen. Diese werden dann auf dem Heimweg über Messengerdienste wie WhatsApp verbreitet und am Wochenende wird beispielsweise noch ein peinliches Bild bei Instagram veröffentlicht. Das Mobbing wird also so flexibel, dass es unabhängig von Zeit und Ort stattfinden kann. Zudem haben öffentliche Posts eine uneingeschränkte Reichweite. Dies kann das Leid des Opfers noch weiter verschlimmern.

Hinzu kommt, dass Inhalte, die einmal im Internet gepostet wurden nur noch sehr schwer zu entfernen sind. Bilder und Videos können zwar gelöscht oder von einer Plattform entfernt werden, bleiben allerdings auf den Servern der Betreiber gespeichert. Außerdem können sie von anderen Personen gespeichert, erneut hoch geladen oder auch anderweitig verbreitet werden, ohne dass die betroffene Person dies weiß. So können diese Inhalte auch noch Jahre später im Netz kursieren.

Cybermobbing ist räumlich nicht begrenzt wie zum Beispiel das Mobbing im analogen Alltag. Findet Cybermobbing statt, verbindet es sich häufig schnell mit Mobbing im Alltag, zum Beispiel an der Schule oder am Arbeitsplatz. So kommt es zu einer Dauerbelastung für die Betroffenen, für die eine Änderung des Zustands oft unmöglich erscheint.

Cybermobbing kann 24 Stunden, jeden Tag stattfinden. Selbst nachts können böse Kommentare oder Nachrichten verschickt werden.
Außerdem ist Cybermobbing oft anonym. Das heißt, die Betroffenen wissen oft gar nicht, wer dahintersteckt.
Das Internet bietet Cybermobbing zudem eine Plattform mit riesiger Reichweite. Sehr viele Menschen können die gemeinen Attacken verfolgen, denn über digitale Kommunikationswege verbreiten sie sich schnell.


Im digitalen Raum nimmt Cybermobbing oft sehr große Ausmaße an. Die Täterinnen und Täter fühlen sich im Internet vermeintlich sicher in ihrem Handeln und bleiben anonym. Deswegen ist die Hemmschwelle dafür, negatives oder auch aggressives Verhalten zu zeigen, deutlich geringer. Die unmittelbare Reaktion des Opfers ist für die Täter nicht ersichtlich, weshalb oftmals unterschätzt wird, wie viel Schaden sie tatsächlich anrichten. Dabei gibt es meist sehr viele Zuschauerinnen und Zuschauer.

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