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Mit dem Einverständnis der Partnerin oder des Partners ist es ab 14 Jahren erlaubt, intime Fotos von sich zu verschicken. Dennoch kann Sexting schwerwiegende negative Folgen haben. Daher ist ein Gespräch mit deinem Kind ratsam.

Vielleicht bereitet es dir große Sorge, wenn dein Kind intime Fotos von sich an jemanden verschickt. Im Rahmen einer Beziehung oder bei der Beziehungsanbahnung gehört dies heute aber für manche Jugendliche selbstverständlich dazu. Geschieht Sexting in beidseitigem Einverständnis und in einem vertrauensvollen Rahmen, kann es zu einer selbstbestimmten Sexualität gehören.

Dennoch besteht immer das Risiko, dass sich angefertigte Aufnahmen in unerwünschter Weise weiterverbreiten und so auf die Geräte Dritter geraten. So können sich die Nacktbilder deines Kindes beispielsweise an der Schule verbreiten, dein Kind kann bloßgestellt werden oder sogar zum Opfer von (Cyber-)Mobbing werden. All das kann – muss aber nicht passieren.

Es ist in jedem Fall sinnvoll, dass du mit deinem Kind ein Gespräch über mögliche Risiken von Sexting führst. Dabei solltest du liebevoll und verständnisvoll auftreten. Das Verteufeln von Nacktbildern kann dazu führen, dass dein Kind sich in einem Problemfall nicht an dich wendet.

Gerade im Jugendalter kann das Anfertigen und Austauschen von Nacktbildern spannend sein. Jugendliche lernen hier ihren Körper und ihre eigene Sexualität kennen und möchten sich ausprobieren. Dafür solltest du im Gespräch Verständnis zeigen. Du solltest allerdings auch klarstellen, dass intime Fotos immer ein Risiko darstellen können und man sie nur dann versenden sollte, wenn man das wirklich auch selbst möchte und sich nicht unter Druck gesetzt fühlt. Außerdem ist es wichtig, dass man der Empfängerin und dem Empfänger vertrauen kann. Dein Kind sollte unbedingt wissen, welche negativen Konsequenzen das Versenden von Nacktbildern haben kann.

Außerdem kannst du rechtliche Rahmenbedingungen mit deinem Kind besprechen. Unter 14 Jahren sind das Anfertigen und Versenden solcher Bilder oder Videos beispielsweise nicht erlaubt. Dein Kind sollte auch wissen, dass Dritte die Bilder nicht weiterleiten dürfen und bereits der Besitz der Bilder strafbar sein kann. So kann sich dein Kind direkt wehren, wenn dies passieren sollte.

Um dein Kind vor negativen Konsequenzen zu schützen, könnt ihr auch gemeinsam überlegen, welche Alternativen es zum Versenden der Bilder geben könnte. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, dass dein Kind die Fotos zwar anfertigen darf, sie jedoch nicht an den Partner oder die Partnerin schickt. Die Bilder könnten dann zum Beispiel gemeinsam im Rahmen der Beziehung auf dem Smartphone deines Kindes angeschaut werden. Alternativ kann die folgende Vereinbarung hilfreich sein: Dein Kind macht nur Bilder, auf denen man es nicht klar identifizieren kann, und löscht sie regelmäßig mit der Partnerin oder dem Partner. Darüber hinaus ist es wichtig, dass dein Kind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner hat, die im Notfall helfen können.

Idealerweise kannst du dich selbst dazu anbieten, solltest dein Kind aber auch über andere Möglichkeiten informieren. Diese können beispielsweise Vertrauenslehrkräfte, Schulsozialarbeit oder Beratungsstellen sein.

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